Sate – Mein indonesisches Lieblingsgericht

Posted on 4. Juli 2010. Filed under: Essen & Trinken |

Nach fast einem Jahr hier habe ich einige indonesische Lieblingsgerichte gefunden, die ich in Deutschland vermissen werde. Ein indonesisches Restaurant findet man nicht an jeder Straßenecke. Ein bisschen habe ich mich schon schlau gemacht und ein paar Restaurants in Frankfurt und München gefunden. Dorthin werde ich meine Daheimgebliebenen mal einladen!

Die bessere Alternative ist aber, einfach selbst zu kochen. Mit diesem Ziel vor Augen habe ich mir ein indonesisches Kochbuch gekauft. Und wie es so der Zufall wollte, bot das Hotel auf Lombok einen Kochkurs an. Das haben wir natürlich sofort gemacht.

Sate

In der Großküche hat uns ein exzellenter Koch gezeigt wie man Sate zubereitet. Ich wollte schon immer mal so eine Hotelküche von innen sehen. Nachmittags war es noch recht ruhig in der Küche. Alles war schön ordentlich und an der Tafel konnte man den Plan für die Woche sehen. Auch unser Kochkurs stand drauf🙂

Vorbereitung ist alles!

In einer Ecke ging es dann los für. Zum kochen habe ich mir mein absolutes Lieblingsgericht herausgesucht: Sate. Sate oder auch Satay sind kleine Fleischspießchen meist aus Hünchen, Ziegen oder Rindfleisch. Sie werden normalerweise über Holzkohle gegrillt. Dazu gibt es eine scharfe Erdnusssoße. Es ist unglaublich lecker!!! 

Die wichtigsten Gewürze

Erdnüsse sind eigentlich nicht heimisch in Indonesien, aber wie so alles, wachsen sie hervorragend hier. Nach ihrer Einführung haben sie sich schnell als Bestandteil vieler Gerichte durchgesetzt. Die Indonesier mögen es gerne süß, da passt die Erdnuss auch gut hinein. Sie ist aber nicht jedermanns Sache in Deutschland. Ich liebe alle Gerichte mit dieser Erdnusssoße, deshalb werde ich euch folgendes Gericht einmal vorstellen:

Sate Campur

Man schneide, je nach Hunger, Hünchen, Rind oder Ziegenfleisch in kleine Würfel und stecke sie auf Holzspieße, z.B. Schaschlikspieße. Diese grillt man dann auf Holzkohle. Alternativ kann man sie auch in der Pfanne braten. Damit sie etwas mehr Geschmack bekommen, mariniert man sie in folgender Mischung: Sojasoße (salzig), Kecup manis (süße Sojasoße), klein gewürfelter Knoblauch, weißer, gemahlener Pfeffer und ein bisschen Limette. Man kann die Spieße 5 Minuten lang einlegen. Wenn man sie dann in der Pfanne brät werden sie durch die Sojasoße aber recht dunkel. Unser Koch hat uns den Tipp gegeben, die Spieße erst ein wenig anzubraten, dann in der Marinade zu wenden und anschließend fertig zu braten. Dadurch bekommen sie auch Geschmack, werden aber nicht schwarz.

Fleischspieße in der Pfanne gebraten

Nun zur Erdnusssoße, die man natürlich vorher macht. Dazu schneidet man 3 Knoblauchzehen, 3 rote lange Chilis (nicht so scharf), 2 kleine, scharfe Chilis und 8 Schalloten klein. Die Schalloten hier sind recht klein. Ich denke 2-3 von unseren Schalloten genügen. Je nach belieben, kann man die Mengen anpassen, wenn man es zum Beispiel nicht so scharf mag. Dazu gibt man etwas Schrimppaste oder Fischsoße. Sie sind ein häufiger Bestandteil in der asiatischen Küche. Das Ganze brät man kurz scharf an und läst es etwas abkühlen. 

Ohne Knoblauch und Chilis geht gar nichts!

Die Mischung gibt man anschließend in einen Mörser und mahlt sie zusammen mit ca. 3 Tassen Erdnüssen. Damit die Erdnüsse besser schmecken, kann man sie vorher mit Knoblauch kochen. Für die leichte Süße gibt man noch einen Teelöffel roten Zucker hinzu. Er wird meist aus Palmen gewonnen und ist nicht so stark wie unser weißer Zucker. Alternativ kann man auch braunen Zucker verwenden. Um den einzigartigen Geschmack der Soße zu erreichen, gibt man einen Teelöffel Tamarindsaft hinzu. Der Tamaridbaum ist in vielen südlichen Ländern Asiens, in Afrika und Südamerika verbreitet. Er schmeckt recht sauer. Alle Zutaten bekommt man im Asialaden. Falls der zu weit weg ist, kann man auch Limettensaft statt Tamarind nehmen. Zum Schluss kommen Salz, süße Sojasoße und ein paar Löffel Wasser dazu.

Hat man alles im Mörser, beginnt die anstrengende Arbeit, die Soße klein zu mahlen. Manche mögen noch etwas Biss in der Soße, andere mögen sie so fein wie möglich gemahlen. Die moderne Küche hilft natürlich in Form eines Mixers…

Traditionell wird ein Mörser verwendet

Authentisch serviert man die Sate-Spießchen auf einem Bananenblatt. Die Erdnusssoße kommt in eine klein Schale neben den Reis. Man kann normalen asiatischen Reis verwenden oder Lontong. Das ist Reis, der in einem Bananenblatt für mehrere Stunden gekocht wird. Am Ende ist es eine feste Reismasse die man in Scheiben schneiden kann. Ich mag in sehr gerne so. Durch das Bananenblatt bekommt er etwas grüne Farbe. Oft wird er auch mit einer Fleisch-Gewürzmischung gefüllt.

Dann hat man es geschafft und kann das Sate genießen! Bon Appetit!

Sieht das nicht lecker aus?!

Benjamin fleißig am Braten

Eine zweite Variante aus Hünchenhack (500g) haben wir auch zubereitet. Dazu schneidet man erst 2 Knoblauchzehen, 4 rote Chilis, und 8 Schalloten klein. Die Zutaten mischt man mit etwas Salz, Koriander und einer einheimischen Wurzel, Galangal. Man kann sie auch weg lassen, da sie nicht wesentlich ist. Das Ganze brät man an und mischt es dann mit dem rohen Hünchen. Dazu kommen 75g Kokospulver, 2 Teelöffel roter Zucker und dünn geschnittene Kaffernlimettenblätter. Alternative kann man den Saft verwenden. Gut gemischt, formt man kleine Bällchen um Zitronengrasstiele. Diese brät man dann an. Sehr lecker!

Hühnchen-Zitronengras-Spieße

Make a Comment

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Liked it here?
Why not try sites on the blogroll...

%d Bloggern gefällt das: