Verkehrsinfarkt

Posted on 27. April 2010. Filed under: Indonesien |

Jakarta am Verkehrsinfarkt gestorben! Mal wieder…. Ich war 3 h unterwegs von der Arbeit nach Hause. Normalerweise brauche ich zwischen 30 – 60 Minuten je nach Verkehrslage. Diesmal war es anders. Überall Stau. An jeder Ecke. Schrecklich! Ich konnte es kaum glauben.

Jalan Sudirman im Stau

An manchen Tagen ist der Stau einfach unerträglich. Besonders schlimm sind Freitage. Ab 16 Uhr will ganz Jakarta nach Hause. Das dauert allerdings auch bis 20 Uhr. Mich hat es an einem Montag erwischt. Da ist auch meist etwas mehr Verkehr als sonst. Wenn es dann auch noch regnet, kann man es vergessen.

Zwei Stunden hat es geschüttet. Danach waren einige Strassen überflutet, da das Wasser nicht richtig ablaufen konnte. Ein paar hundert Meter nach der Ausfahrt von Merck stand ich bereits. Und dann brauchte ich 45 Minuten für einen 10 Minuten-Abschnitt. Grund war eine gigantische Pfütze, die aber gar nicht so tief war. Da alle sie nur langsam durchqueren wollten, besonders die Mofas, staute es sich schnell nach hinten auf. Danach ging es wieder und ich dachte, jetzt bin ich bald zu Hause. Ha! Weit gefehlt. Ich sollte noch 2 Stunden im Taxi verbringen.

Plötzlich stand ich wieder. Die Gegenrichtung auch. Ab da ging es nur noch meterweise vorwärts. Den Grund habe ich nie herausgefunden. In diesem Teil der Stadt gab es keine Überschwemmungen. Es waren einfach zu viele Autos auf der Strasse. Dazwischen weitere zehntausend Roller und Motorräder. Das Problem ist, dass sich niemand an die Verkehrsregeln hält. Viele Ampeln fehlen. Die Roller drängen sich überall durch und die Autos fahren einfach auf die Kreuzung, auch wenn sie dann blockiert ist. Nach dem Motto: Ich zuerst! Da denkt kaum einer voraus. Ein großer Teil des Staus ist hausgemacht. Und genau das, macht es auch so ärgerlich. Man ist einfach frustriert und sehnt sich nach der deutschen Ordnung! Hier gibt es auch keine zentrale Stelle, die die Infrastruktur der Stadt plant. Es werden einfach neue Hochhäuser gebaut ohne die Strassen anzupassen. Kein Wunder, dass der Verkehr irgendwann zusammenbricht in einer Stadt ohne U-Bahn, S-Bahn, Strassenbahn oder sonstiger Entlastung für die Strassen. Von einer Hochschienenbahn wird seit Jahren geträumt und geplant, aber ich sehe das nicht kommen. Es mangelt am Durchsetzungswillen gewisser Stellen.

Baustelle als ich hier ankam im August

Baustelle Ende April

Was kann man selbst gegen die Stauprobleme tun? Ein gutes Buch mitnehmen. Klar! Nun, ich habe auch schon Ratschläge gehört, immer Wasser und etwas zu Essen dabei zu haben, wenn die Regenzeit und damit die Staus besondern schlimm sind. Wichtig auch, immer auf die Toilette zu gehen vorher. Ihr schmunzelt jetzt. Aber was macht ihr, wenn die Strasse überflutet ist und ihr nirgends durch kommt? Ich glaube am ehesten ist es mit einem Schneesturm in Deutschland zu vergleichen. Da sitzen die Menschen auch manchmal stundenlang in ihren Autos fest. Nur ist es nicht kalt sondern heiß.

Also vermeidet man die stauintensiven Zeiten. Freitag abends fahren wir z.B. nicht zum Essen in Restaurants, die weit weg sind. Wir bleiben in der näheren Umgebung und Fussreichweite. Aber wenn man Freitags nun mal nicht um 15 Uhr nach Hause gehen kann, weil man arbeiten muss, wird man sich wohl oder übel später im Stau anstellen.

Wenn man dann aus dem Fenster die Roller vorbeifahren sieht, wird man neidisch. Man könnte sich also einen Roller anschaffen. Allerdings halte ich Motorradfahren für recht gefährlich hier. Zudem ist die Luft erfüllt von Lärm, Hitze und Abgasen.

In meiner Verzweiflung bin ich Montag dann irgendwann doch ausgestiegen und zu Fuß weiter gelaufen. Das war immerhin schneller als das Taxi, aber es war noch ziemlich weit und ohne Bürgersteige recht ungemütlich. Dann sprach mich ein Ojek Fahrer an -das sind Motorradtaxis- und ich habe meinem inneren Wunsch, endlich nach Hause zu kommen, nachgegeben. Er hatte einen Helm für mich und in Nullkommanichts war ich zu Hause. Dem Stau endlich entkommen! Das Motorradfahren war doch nicht so schlimm wie gedacht. Es ging ja nicht so schnell, weil selbst die Roller etwas im Stau standen. Ich war unglaublich begeistert, wie schnell ich zu Hause war. Vielleicht mach ich das beim nächsten Stau schon früher?! Ist nur schlecht, wenn es noch regnet.

Was lerne ich aus dem ganzen? Geduld! Sehr wichtig in Jakarta! Das ist sicher etwas brauchbares, dass ich aus meinem Aufenthalt hier mitnehmen werde🙂

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