Benjamins Ende einer langen Reise

Posted on 22. April 2010. Filed under: Indonesien |

Nun hat er es geschafft. Benjamin konnte endlich nach Deutschland zurück fliegen. Gestern Nachmittag rief ihn Lufthansa an und sagte er könne schon an diesem Abend fliegen. Bestätigt war sein Flug erst für heute, aber er stand auch auf der Warteliste für die vergangenen Tage. Schnell ist er nach Hause gefahren, hat seinen Koffer gepackt und ist zum Flughafen. Durch einem heftigen Regenschauer und einer kleinen Demonstration war dann wieder so viel Stau, dass er es nur knapp zum Flieger schaffte. Jetzt sitzt er aber sicher im Flugzeug nach Frankfurt und wird in ein paar Stunden ankommen. Das Ende einer langen Reise. Allerdings glich seine “Strandung in Jakarta” eher einem verlängerten Urlaub, als den Horrorgeschichten der Zeitungen. Ich habe mich sehr gefreut und war fast traurig über die plötzliche Abreise, schliesslich war ich noch in der Arbeit und konnte mich nicht verabschieden. Es ist aber besser so, denn in seiner Firma wird er auch gebraucht. Ich bin gespannt wie lange Deutschland braucht, um wieder in den Normalzustand zurück zu kehren. Der wirtschaftliche Schaden, nicht nur für die Fluggesellschaften, ist enorm. Auch Mitarbeiter von Merck in Indonesien waren betroffen und konnten nicht reisen wie geplant. Auch reisen für die nächsten Tage sind in den meisten Firmen nur aus dringenden Gründen erlaubt. Es war eine einzigartige Situation für Europa. Den Ärger der Fluggesellschaften über die mangelnde Initiative der deutschen Behörden kann ich verstehen. Allerdings war niemand auf soetwas vorbereitet und die Wissenschaft kann auch keine Wunder vollbringen. Es war ein gewaltiges Naturereignis. Es ist menschlich, dass wir einen Schuldigen suchen, sei es am Umgang mit der Situation und der Lösung.

Die westliche Welt ist nun auf diese mögliche Beeinträchtigung des Luftverkehrs durch die Natur aufmerksam geworden. In Indonesien ist das normal. 1982 spuckte hier ein Vulkan in Bandung nahe Jakarta auch Asche aus. Ein Flugzeug flog hindurch und schaffte es gerade so noch zu landen. Dieses beinahe Unglück wollten die europäischen Behörden vermeiden, als sie den Luftraum grossflächig sperrten. Durch den ständigen Regen in den Tropen, wird die Asche aber bald wieder weggewaschen. Das heutige Europa hat das nun zum ersten Mal erlebt. Alle werden daraus gelernt haben und sind nächstes Mal besser vorbereitet. In Indonesien hat man auch ein Tsunami-Warnsystem aufgebaut, nachdem es zu einer der verheerendsten Flugwellen seit langer Zeit kam. Die Welt lernt. Anhand dieser besonderen Naturereignisse und der Überaschung der Menschen, kann man erkennen, wie jung die Menschheit wirklich ist. Manche versuchen den Menschen für die Katastrophen verantwortlich zu machen, doch Vulkanausbrüche und Erdrutsche unter Wasser, die Tsunamis auslösen, gab es schon immer. Sie kommen nur selten vor. Die Erde verändert sich permanent. Der Mensch ist es, der neu ist, nicht die Naturereignisse. Wir müssen nur lernen damit zu leben.

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