Die Aschewolke über Europa staut den Luftverkehr bis Jakarta auf

Posted on 18. April 2010. Filed under: Indonesien |

Ich muss zugeben, ein kleines bisschen Hoffnung hatten wir gestern Nachmittag noch, dass Benjamin doch fliegen kann. Die Aschewolke, die nach dem Ausbruch des Eyjafjallajökull in Richtung Europa zog, hatte Deutschland nur zum Teil bedeckt. Wir dachten, er könnte vielleicht in München landen oder nach Italien ausweichen. Also ist er mit dem Taxi zum Flughafen und ich habe im Internet weiter recherchiert. Gegen 18.00 kam aber bald die Ernüchterung. Der Lufthansaflug vom Vortag hat es auch schon nicht mehr geschafft, deshalb hatte Benjamins Flug sowieso keine Chance. Der Flug nach Europa geht über Singapur und dauert von dort aus 12 Stunden. In dieser Zeit hat die Aschewolke bereits den ganzen Kontinent eingehüllt. Es war zu spät.

Die Frage war nun, fliegt er bis nach Singapur und wartet dort oder bleibt er bei mir in Jakarta? Wo sind die Chancen größer, den nächsten Flug nach Europa zu bekommen? Er muss ja schließlich wieder in die Arbeit. Die Fluggesellschaft riet allen, nicht nach Singapur zu fliegen, weil dort schon über 4000 Menschen am Flughafen gestrandet waren. Die Hotels waren angeblich auch schon alle voll. Bei einer Stadt wie Singapur kaum vorstellbar, aber es gibt ja einige Flüge täglich nach Europa, die alle nicht starten konnten. Und umso länger sich die Wolke hält, umso mehr Menschen werden es. Für Geschäftsreisende wie Urlauber war es ärgerlich. Einige wollten einfach nur nach Hause, andere spielten mit dem Gedanken, ihren Urlaub zu verlängern. Allerdings ist Jakarta nicht gerade die Touristenstadt… Da muss man schon nach Bali weiterfliegen. Deshalb entschieden einige, doch nach Singapur zu fliegen, da man in dieser Stadt etwas mehr unternehmen kann. Benjamin checkte erst ein, da wir noch dachten, die Verspätung würde sich nur um einen Tag handeln. Kurz bevor er das Flugzeug besteigen wollte, rief noch mal die Fluggesellschaft alle Passagiere aus und erklärte, dass es eher einige Tage dauern wird. Somit checkte Benjamin wieder aus und blieb besser hier.

Der aktuelle Stand ist, dass er in 4 Tagen einen bestätigten Flug hat, aber auf der Warteliste für frühere Flüge steht. Hoffen wir, dass in Europa etwas Wind aufkommt und die Wolke bald verschwindet. Inzwischen haben wir auf Deutsche Welle, dem deutschen Fernsehsender hier, gehört, dass es schon ein paar erfolgreiche Testflüge von Lufthansa gab und vielleicht das Verbot bald aufgehoben wird. Allerdings kann niemand genau sagen, ob der Vulkan weiterhin aktiv bleibt. Es ist eine nie da gewesene Situation in Europa. Selbst die Terroranschläge vom September 2001 haben den Flugverkehr nicht so lange gelähmt. Man merkt nun, wie wichtig der Luftverkehr für die Welt ist. Auch wenn nun Bahn, Autovermietungen, Mobilfunkgesellschaften und Hotels ein gutes Geschäft machen, denke ich doch, dass der Schaden für die Wirtschaft wesentlich höher sein wird. Glücklicherweise gibt es in Europa  ein ausgeprägtes Schienen- und Straßennetz, das die Geschäftsreisenden jetzt nutzen können. Für alle außerhalb des Kontinents heißt es noch warten. Hoffen wir das Beste. 

So ärgerlich es für Benjamin ist, weil er jetzt noch ein paar Tage extra Urlaub nehmen muss und nicht arbeiten kann, habe ich mich doch ein bisschen gefreut, weil ich ihn noch ein paar Tage länger habe. Zum Glück kann er bei mir warten und sitzt nicht wie viele andere an einem Flughafen fest. Wir machen uns jetzt noch ein paar schöne Tage und genießen die Zeit zusammen. Ein bisschen Glück im Unglück🙂

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