Indonesische Haustiere

Posted on 29. März 2010. Filed under: Ausflüge |

Die indonesische Auffassung von Haustieren weicht ein bisschen von der Deutschen ab. Während Hund und Katze Deutschlands Nummer 1 Haustier sind und sich alle Mädchen ein Pferd wünschen, werden diese Tiere hier eher als Nutztiere gesehen. Hunde und Katzen leben und vermehren sich wild auf der Strasse. Sie fangen Ratten und Mäuse, denn zu fressen bekommen sie wahrscheinlich nicht viel. Anfassen oder gar streicheln will man diese armen Wesen auf keinen Fall! Sie sehen so verwahrlost aus und tragen gigantische Flohkolonien mit sich herum. Meist fehlt ihnen ein Schwanz, Bein, Ohr oder sie sind sonst wie verstümmelt. Wirklich Mitleid erregende Geschöpfe. Wenigstens sind sie frei, was angesichts so mancher westlichen Hauskatze, vielleicht das bessere Schicksal ist. Bei uns werden Hund und Katze auch nicht immer tiergerecht behandelt. Tiere sollten keine Schokolade fressen und an Überfettung oder Krebs sterben müssen, weil Herrchen raucht.

Auf dem Vogelmarkt in Malang

Mischling mit kurzem Schwanz

Anhand der Tiere kann man ganz gut den Stand der jeweiligen Gesellschaft erkennen. Pferde werden in Indonesien z.B. noch als Fortbewegungsmittel genutzt. Bei uns dienen sie nur dem Sport und dem Vergnügen. Ein Hund ist hier auch kein bester Freund, sondern wird geduldet. Ein unglaublicher Anblick bietet sich mir manchmal früh morgens. Da laufen zwei schmächtige Jungs mit fünf Expat Golden Retrievern spazieren. Die Tiere haben ein tolles, glänzendes Fell und stehen im krassen Gegensatz zu den beiden Jungen, die wahrscheinlich froh sind, einen passablen Job zu haben. Jeder der Hunde wiegt bestimmt mehr als einer der beiden. Auch in meinem Haus wohnt ein Expat Hund. Er ist ca. 20 cm groß, weiß und kommt aus Korea. Er muss nicht viel laufen, denn er ist so klein, dass er immer auf dem Arm spazieren getragen wird. Wenn er mal alleine auf dem Flur unterwegs ist, bekommt er eine riesen Angst und läuft kläffend nach Hause. Inzwischen sieht man aber auch schon indonesische Mädchen, die sich einen Paris-Hilton-Hund zugelegt haben. Der Trend dem Westen nachzueifern, bezieht sich auch auf Haustiere.

Vögelchen

Das klassische indonesische Haustier ist der Vogel. Besonders für Männer ist ein Singvogel ein Statussymbol. Der Vogelmarkt auf Malang ist groß und ein echtes Erlebnis, denn es werden nicht nur Vögel angeboten. Auch wenn er sehr interessant und ungewöhnlich war, war es doch ein eher bedrückender Besuch. Die Tiere werden einfach nicht artgerecht gehalten.

Größerer Vogel

Kleine Vögelchen wie Kanarienvögel ist man gewohnt im Käfig zu sehen. Hühner auch. Aber was ist mit pinken und grünen Kücken? Wie gesund waren diese Farben?

Bunte Kücken

In diesem Moment ging es den Kücken aber noch besser als dem Hühnchen, dass mit einer Schlange in einen Käfig gesperrt wurde…

Kein Entkommen

Anderes Futter wurde auch angeboten. Da viele Vögel keine Vegetarier sind, wurden auch Maden, Ameisen, Würmer und Kakerlaken angeboten. Lebend versteht sich!

Lebendes Futter

Hier und dort konnte man auch einige große Katzen schlafen sehen. Sie sahen recht gesund aus und waren eindeutig als Hauskatze bestimmt. Die Käfige mit den Mäusen, Meerschweinchen und Kaninchen in jeder Größe standen gleich daneben. Ob als Haustier oder Futter gedacht, war nicht immer klar.

Ein Junge sucht sich ein Kaninchen aus

Aber die Eichhörnchen, Frettchen und eine Eule warfen schon die Frage auf wie jemand diese wilden Tiere artgerecht halten will.

Hyperaktives Eichhörnchen

Völlig fehl am Platz

Der traurige Höhepunkt war ein Affenbaby. Völlig verstört und verwahrlost saß es in seinem kleinen Drahtkäfig. Man konnte nur hoffen, dass es bald einen Käufer gefunden hat, aber das würde ja den Verkäufer bestätigen und er würde wieder eines anschaffen. Das halten solcher Tiere gehört schlichtweg verboten!

Armes Baby

Der Westen ist auch nicht viel besser. Viele meinen eine Schlange, Frettchen oder Krokodil wären im Wohnzimmerterrarium gut aufgehoben, aber das ist einfach keine natürliche Umgebung. Wir wollen ja auch nicht in lebenslang in unserem Zimmer eingesperrt werden. Ich bin kein Befürworter von Haustieren. Nur in wenigen Fällen geht es ihnen wirklich gut. Man sollte sie lieber in ihrer natürlichen Umgebung beobachten. Das macht doch viel mehr Freude. Wenn wir allerdings in ihren Lebensraum eindringen, kann es sein, dass sie zu uns kommen. So wie meine kleinen Geckofreunde hier. Erst gestern habe ich wieder einen hinausgescheucht. Sie schreien nachts nämlich ganz schön!

Große Geckos

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