Gunung Api – Die Feuerberge des Bromo-Tengger-Semeru Massivs

Posted on 26. März 2010. Filed under: Ausflüge |

Mein Bruder und ich sind begeisterte Bergsteiger. Mit dem Unterschied, dass ich nicht mehr so oft dazu komme wie er als Student. Wandern und Berge besteigen in Indonesien ist ein bisschen anders als in unseren Alpen. Zuerst mal ist Benedikt hier ziemlich warm. Ich habe mich wohl schon so gut eingelebt, dass ich es gar nicht mehr so heiß finde. Vor allem zur Regenzeit hat es etwas abgekühlt. Er dagegen fühlt sich erschlagen von der Hitze und der Luftfeuchtigkeit. Das beeinträchtigt einen natürlich beim Wandern. Allerdings gibt es hier auch ziemlich hohe Berge auf denen es dann auch kalt ist. Auf Java sind die großen Vulkane 2000 bis 3700 Meter hoch. Die höchsten Vulkane findet man aber auf Papua mit bis zu 4880 Metern. Dort ist die Natur so wild, dass sich nur wenige Menschen angesiedelt haben. Dementsprechend schwer ist es die Berge zu besteigen. Wir haben uns daher für Einfacherere entschieden.

Panorama auf das Bromo-Tengger-Semeru Massiv

Als Start haben wir das Bromo-Tengger-Semeru Massiv gewählt. Bromo und Semeru sind zwei immer wieder aktive Vulkane. Sie sind ein sehr beliebtes Touristenziel, da sie relativ leicht zu erreichen sind und die Landschaft atemberaubend ist. Da seit 1. Januar endlich auch sichere Airlines nach Malang fliegen, der größten Stadt nahe des Bromo, haben wir uns für diese kleine aber schöne Stadt als Basis entschieden. Sie war ein beliebter Erholungsort der Niederländer während der Kolonialzeit und an manchen Stellen kann man das auch noch erkennen. Malang gilt als schönste Stadt Ostjavas. Naja… Wenn das stimmt, müssen die anderen Städte fürchterlich sein. Ich fand die Stadt typisch heruntergekommen und ungepflegt wie so viele Städte hier, wenngleich sie sehr grün war und die Landschaft toll.

Benedkt und ich in einem Fahrradtaxi auf Stadtbesichtigung

Wie immer residierten wir im besten Hotel am Ort, dem Tugu. Die Preise, vor allem für das Essen, waren aus europäischer Sicht natürlich recht günstig. Es gab viele leckere indonesische Gerichte, die ich Benedikt probieren lassen konnte. Insgesamt war es ein sehr nettes individuelles Hotel mit unglaublich viel Charme. Als es eines Nachmittags regnete, habe ich mich auf Erkundungstour durch das verwinkelte Gebäude mit vielen netten Ecken begeben. Unter anderem habe ich endlich mal wieder auf einem Flügel spielen können! Ein bisschen eingestaubt, aber immer noch ein Erlebnis! Ein Erlebnis war auch der Vogelmarkt in Malang! Über die Details werde ich euch in einem anderen Blog berichten…

Unser Trooper und Fahrer

Nun zum eigentlichen Grund nach Malang zu fliegen. Um den Bromo zu besteigen oder besser zu befahren, wird standardmäßig eine Tour zum Sonnenaufgang angeboten. Wir beschlossen, es dieses Mal all den anderen Touristen gleichzutun. Da der Weg lang und die Strassen schlecht sind, muss man Malang um zwei Uhr morgens verlassen. Gegen fünf kommt man endlich an. Es gibt auch einfache Übernachtungsmöglichkeiten weiter oben in den Bergen, aber wir wollten ja auch noch etwas von der Stadt erleben. Das Hotel war so aufmerksam und hat uns große Kopfkissen und Decken sowie ein Frühstuck ins Auto mitgegeben. Dann ging es in der Finsternis los. Mit dem lauten Jeep auf der holprigen Strasse, war aber an nicht viel Schlaf zu denken. Ich glaube wir haben den Oldtimer unter den Jeeps bekommen. Er war laut und es fehlte ihm eindeutig an Leistung. Der Fahrer war auch eher von der Generation Rentner. Manchmal sollte man das Erfahrene aber schätzen! So auch hier. Trotz steilen Abhängen fühlten wir uns mit unserem Fahrer immer sicher. Außerdem machten die neuen Land Cruiser, die wir später sahen, einen deutlich unbequemeren Eindruck als unser altes Schiff🙂

Selbst in Indonesien kann es kalt sein - auf 2700 m Höhe

Als erstes fährt man einen Aussichtspunkt auf dem Kraterrand des Tengger an. Der Tengger war einst ein gigantischer Vulkan, der in sich zusammen stürzte als sich die Magmakammer leerte und eine riesige Caldera hinterließ. Die Erde lebte aber weiter und nun erhebt sich inmitten der alten Caldera der Bromo und ein zweiter wunderschöner Kegel, den viele wohl zuerst für den Bromo halten🙂 Beides sind sozusagen Kinder des Tengger.

Warten auf den Sonnenaufgang

Die ersten Sonnenstrahlen

Vom Aussichtspunkt auf 2775 Metern Höhe hat man einen fantastischen Ausblick auf das Innere der Caldera, den Bromo und seinen Nachbarn. Weiter hinten erstreckten sich weitere Vulkane. Der Größte ist der Semeru mit 3600 Metern. Der Ausblick ist fantastisch. Erst ist es ein Nichts aus dunkler Nacht und weißen Wolken. Aber nach und nach lichtet es sich und die Sonne kommt durch. Langsam senkt sich der Nebel und gibt die ersten Spitzen frei bis man tief in die Caldera blicken kann und sich der mächtige Semeru am Horizont abzeichnet. Ein gigantisches Panorama! Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt.

Panorama auf den dampfenden Bromo, seinen Nachbarn und den Semeru

Nachdem man sich satt gesehen hat, fährt man auf einer noch steileren und brüchigeren Strasse hinab in die Caldera und bis kapp vor den Fuß des Bromo. Der Bromo ist immer noch aktiv. Zuletzt brach er 2004 aus und hinterließ einen großen Krater aus dem nun Dampf aufsteigt. Tief unten sieht man heißes Wasser und Schlamm brodeln. Der Kegel des Patong (so der Name, glaube ich), gleich neben dem Bromo, ist dagegen schön rund und nicht mehr aktiv. Mittlerweile ist er mit Gras und den ersten kleinen Bäumen überwuchert. Die Caldera des Tengger ist momentan eine gigantische Vulkanaschewüste. Zeitweise war sie auch einmal ein See. Inzwischen wächst an den Rändern aber das Gras, denn Vulkanasche ist äußerst fruchtbar. Auf der Fahrt durch diese Steppe fühlt man sich wie auf einer Safari! Umso näher man dem Bromo aber kommt, umso weniger gedeiht die Natur. Man sieht noch den letzten erstarrten Lavafluss. Das ganze gleicht einer Mondlandschaft. Sehr unwirklich und sehr beeindruckend!

Der hübsche Kegel des Nachbarn des Bromo

Mitten in dieser Sandwüste steht ein Hindutempel. Vor der Islamisierung Indonesiens beherrschte ein großes Hindureich die Inseln, die Majapahit. Ihr Zentrum lag auf Java und besonders in der Region um Malang. Ein paar alte Tempel und Ruinen stehen noch. Durch den Einzug des Islam verschwand der Hinduismus größtenteils. Auf Bali und in der Tenggerregion leben die letzten indonesischen Hindus.

Hindutempel vor dem Bromo

Kraterwand des Bromo

Vom Parkplatz aus geht man noch ein Stück bis zu einer Treppe die zum Bromo Kraterrand hinauf führt. Auf diesem Stück konnte man mal wieder etwas sehr typisch indonesisches erleben. Da die paar Hundert Meter zur Treppe ja sehr anstrengend sein können… nimmt man sich besser ein Pferd. Bloß nicht überanstrengen! Haha. Wir waren zum Wandern da und waren fast etwas enttäuscht, dass es nicht viel zu laufen gab und haben natürlich kein Pferd genommen! Interessanter Weise wurden wir von den vielen Pferdebesitzern nicht lange belästigt. Sie wussten wahrscheinlich schon, dass die meisten Weißen zu Fuß laufen😉

Pferde die am Fuß des Bromo auf lauffaule Touristen warten

Oben angekommen, hat man wieder einen fantastischen Ausblick über die Caldera. Der Bromo ist 2329 Meter hoch, also kleiner als der Tengger Kraterrand. Von dieser Position aus wird einem erst richtig bewusst wie groß die Caldera des Tengger ist.

Ausblick auf die erstarrte Lava und den Kraterrand der Tenggercaldera

Ein Stückchen sind wir auf dem Kraterrand noch weiter gewandert. An einer Stelle kann man sehr gut den erstarrten Lavastrom des letzten Ausbruchs erkennen wie er sich seinen Weg vom Krater hinab gebahnt hat. Weiter hinten sieht man Stellen, die älter sind und deshalb bereits von Gras und Büschen überwuchert sind. Die Natur ist nicht aufzuhalten!

Dampfender Schlund des BromoAuf dem Bromo Kraterrand

Der Semeru am Horizont

Um den Semeru zu besteigen, fehlte uns leider die Zeit, aber sein Anblick von weitem war bereits beeindruckend. Ein wunderschöner Kegel mit kleinen Rauchwölkchen. Auf der anderen Seite von Malang erhebt sich ein weiteres Vulkanmassiv. Auf dem Hinflug hatten wir aus dem Flugzeug eine gute Sicht von oben.

Ausblick auf das Vulkanmassiv nahe Malang

Ein wunderschöner Ausflug! In Indonesien gibt es noch viele unberührte Gegenden. Die Natur ist eine ganz andere, deshalb genieße ich jeden Trip sehr! Der Vulkan Krakatau steht ganz oben auf meiner Liste. Doch zuvor habe ich noch ein größeres bergsteigerisches Abenteuer auf Borneo geplant…

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