Year End Dinner oder eine Indonesische Weihnachtsfeier

Posted on 13. Dezember 2009. Filed under: Arbeit |

Am Freitag Abend feierten alle Mitarbeiter beim Merck Year End Dinner 2009 ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2009, trotz Krise.

Da Merck eine deutsche Firma ist, wird hier das christliche Jahresende gefeiert. In Deutschland hätte man die Party wohl Weihnachtsfeier genannt, aber nachdem die meisten Mitarbeiter Muslime sind, ist eine Jahresendfeier passender. Der Islam ist hier zwar die dominierende Religion, trotzdem werden auch die wichtigsten Feiertage der anderen drei großen Weltreligionen gefeiert. Es gibt ca. 15 offizielle Feiertage, darunter für das hinduistische neue Jahr, das Buddhistische und Buddhas Geburtstag, das chinesische Neujahr und auch Christi Himmelfahrt.

Die Party fand im ehemaligen Haus des Geschäftsführers statt. Der halbe Garten war überdacht, um uns vor möglichem Regen zu schützen, da wir gerade in die Regenzeit kommen und alles war sehr hübsch in rot und weiß dekoriert, den Nationalfarben. Eingeladen waren alle Mitarbeiter und auch einige ehemalige Kollegen. Ein ganz besonderer Gast war der erste Geschäftsführer von Merck Indonesien. Er hat als erster wesentlich dazu beigetragen, unser Geschäft hier aufzubauen. Natürlich spricht er hervorragend Deutsch. Es war toll, ihn kennen zu lernen!

Erster Programmpunkt war die Rede vom amtierenden Geschäftsführer. Kein Anlass in Indonesien ohne eine Rede! Ralf hat sie sehr gut auf Indonesisch gehalten. Diesmal habe ich auch schon sehr viel verstanden. Mein Indonesisch ist inzwischen schon ganz gut!

Danach kam das Unterhaltungsprogramm. Und was für eines! Von den Mitarbeitern für die Mitarbeiter. In einem Gesangswettbewerb sangen und schauspielerten Mitarbeiter aus sieben Abteilungen um die Gunst der Jury. Die bestand aus unseren Direktoren. Es waren unglaublich witzige und durchdachte Auftritte. Die Teams bewiesen wahnsinnig viel Fantasie mit ihren Vorführungen von Zorro bis zu indischen Tänzern. Ein Thema zog sich aber durch alle Lieder: Cinta – Liebe. Die Indonesier lieben Herzschmerz und so handeln die meisten Lieder von schwieriger, zerbrochener, verlorener und gefundener, ewiger Liebe.

Jedes Team wurde natürlich von ihrer Abteilung aus dem Publikum angefeuert. Ich war überrascht, mit wie viel Elan die Indonesier bei der Sache waren. Sie schienen ihre Auftritte wochenlang geprobt zu haben. Der Wettbewerb war dreimal besser, als jeder engagierte Unterhalter! Es war eine der lustigsten Weihnachtsfeiern, bei der ich je war. Und das Beste war, dass es keinen Tropfen Alkohol gab! Karaoke wird auf westlichen Weihnachtsfeiern erst nach ein paar Gläsern Schnaps gesungen. Das fand ich hier wirklich bewundernswert.

Gewonnen hat den Wettbewerb eine sehr talentierte Frau aus der Produktion mit „Killing me Softly“. Aber auch die anderen Mitarbeiter, hatten noch eine Chance auf Preise. Denn keine Party in Indonesien ohne Door Prize! Am Eingang jeder Feier bekommt man eine Nummer oder das Ticket hat eine Nummer. Später werden dann Shopping-Gutscheine, Fernseher, Kameras, Flüge und vieles mehr verlost. Dieses Mal war der Hauptgewinn ein Fahrrad. Ich bin wieder einmal leer ausgegangen. Letztes Mal war ich schon sehr nahe dran. Eine Freundin hat eine Kamera gewonnen. Aber ich habe ja noch ein bisschen Zeit, etwas zu gewinnen. Die Hoffnung stirbt zu letzt😉

 

Nach den gesanglichen Leistungen wurde das Buffet eröffnet. Es gab sehr viel Leckeres von Mie Goreng bis Sate Ayam. Danach folgt dann eine weitere indonesische Spezialität gemäß dem Sprichwort: Sudah makan pulang. Zu Deutsch, nach dem Essen geht es nach Hause. Wenn das Essen beendet ist, gehen plötzlich alle nach Hause, als ob sie es nicht abwarten können. Auf einen Schlag ist die Party zu Ende. Das erste Mal war ich sehr überrascht. Inzwischen weiß ich Bescheid und merke wie das Programm auch entsprechend aufgebaut ist. Der letzte Punkt ist immer das Essen. Diese plötzliche Flucht bedeutet nicht, dass die Feier schlecht war. Ich denke, jeder möchte einfach bald zu seiner Familie nach Hause, vor allem wenn man noch einen weiten Heimweg hat. Ich finde es auch ganz angenehm, wenn die Feiern nicht unbegrenzt lange ausufern und man selbst noch etwas für den weiteren Abend planen kann.

Ich denke, unsere diesjährige Jahresfeier 2009 hat allen so gut gefallen wie mir. Es war ein toller Abend und ein gelungener Abschluss des Jahres. 

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