Kuala Lumpur

Posted on 7. Dezember 2009. Filed under: Ausflüge |

Eines der Wochenenden mit Benjamin haben wir in Kuala Lumpur, Malaysia, verbracht. Ich lebe jetzt zwar in Indonesien und will möglichst viel von diesem Land sehen, aber wenn man schon mal in Südostasien ist, bietet es sich auch an, ein paar andere Länder zu besuchen.

Skyline von Kuala Lupur

Kuala Lumpur oder einfach KL bietet einen gewissen Kontrast zu Jakarta. Es ist richtig sauber und es gibt keine Staus! Auf den ersten Blick dachte ich erst, es wäre wie eine andere Welt, aber verglichen mit Europa ist es doch noch sehr asiatisch. Das Menschbild auf der Straße ist sehr gemischt und anders als in Jakarta, denn Malaysia und besonders KL hat deutlich mehr Einwanderer aus China, Indien, dem Westen und dem arabischen Raum. Die Malaien selbst sind den Indonesiern recht ähnlich. Sie haben die gleichen Vorfahren und sprechen auch noch fast die gleiche Sprache. Die Unterschiede sind ungefähr so ähnlich, wie die zwischen Deutschland und Österreich oder der Schweiz. Ganz grün sind sich die beiden Länder aber nicht immer. Letztlich gab es einen großen Streit über einen traditionellen Tanz, den die Malaien angeblich den Indonesiern gestohlen haben.

Petronas Twin-Towers

Das große Wahrzeichen KLs sind die Petronas Twin-Towers. Man sieht sie schon von weitem wenn man auf die Stadt zukommt. Was man auch bemerkt ist, wie klein KL eigentlich ist. Ich war sehr überrascht. Obwohl die Fläche nicht besonders groß ist besitzt KL einige große Gebäude und viele neue sind bereits im Bau. Die Stadt befindet sich klar im Wachstum. Sie ist wirtschaftlich geprägt und besitzt z.B. ein großes Kongresszentrum, in der gerade eine Palmöl-Messe war. 

See im Stadtpark

Unser Hotel befand sich direkt neben den Petronas Türmen mit Blick auf den kleinen Stadtpark. So ein Park, in dem man sonntags mal spazieren gehen kann, fehlt mir in Jakarta. In Schwetzingen haben wir einen tollen Schlossgarten, der im Winter wie im Sommer wunderschön ist. So etwas kann man natürlich nicht überall haben, aber die einzigen Grünflächen, die mir in Jakarta zugänglich sind, befinden sich rund um mein Appartementgebäude. Die Indonesier haben noch nicht ganz die Vorteile eines öffentlichen Parks entdeckt. Vielleicht ändert sich das in Zukunft einmal. Die beliebten Treffpunkte am Wochenende sind die Malls. Da sie klimatisiert sind, ist es auch verständlich, dass nicht jeder bei diesen Temperaturen seinen Sonntag draußen verbringen will. Malls und heiße Temperaturen hat auch KL zu bieten. Im Fundament der Twin-Towers befindet sich eine 6-stöckige Mall, die Erholung von den 36 Grad im Freien bot.

Blick auf unseren Pool aus dem 17. Stock

Um die Stadt entspannt zu besichtigen, bietet die Stadt eine Bustour an. Sie führt in 24 Stationen einmal durch die ganze Stadt. An jeder Station kann man aussteigen, sich etwas umsehen und wieder in den nächsten Bus steigen. Ein super Angebot für Touristen.

Stadt-Tour-Bus

KL ist eine sehr moderne Stadt. An einigen Stellen kann man noch ein paar alte Gebäude finden. Teils mit kolonialem Stil, teils arabisch, aber das Meiste recht modern. Es gibt einen alten Bahnhof, einen Freiheitsplatz, Sultanspalast, Museen und viele Parks mit Schmetterlingen und Vögeln.

Orientalische Einflüsse in KL

Ein Stadtteil, der bei sämtlichen Touristen sehr beliebt ist, ist Chinatown. Dort findet man alles, vor allem gefälschte Ware von Sonnenbrillen, über Handtaschen bis DVDs. Es war sehr interessant und auch schockierend zu sehen, was alles einfach auf offener Straße angeboten wird. Die Qualität war den Originalen ziemlich ähnlich. Man vermutet fast, sie kommen aus der gleichen Fabrik. Den internationalen Konzernen muss das ein großer Dorn im Auge sein, denn sie können nicht viel dagegen unternehmen. In Jakarta ist mir auch schon aufgefallen, wie viele Frauen mit Louis Vuitton herumlaufen. Ich kann mir gar nicht vorstellen, was sich die Besitzer der ganzen Plagiate eigentlich dabei denken. Wenn man nun eine echte Tasche besitzt, merkt das gar keiner mehr. Man kann nur durch den Eindruck, den der Träger der Tasche macht, Vermutungen anstellen, ob sie echt ist oder nicht. Die Marke scheint in Asien kaum noch etwas wert zu sein. Trotzdem zeigt es, welche Marken erstrebenswert sind und so definiert sich wohl dann doch der Wert einer Marke. Man trägt hier ganz klar Louis V. Marketing anders.

Gebratene Ente chinesisch

Die andere Seite Chinatowns ist noch alt und bietet viele Klischees, die man kennt. Die gebratenen Enten hängen in den Schaufenstern und alte Männer werden im Hinterhof rasiert. Und Weihnachten war bereits sichtbar, da ein Teil der Chinesen Christen sind. Ich war erst sehr überrascht mitten im Sommer Weihnachtsdekoration zu sehen, aber dann fiel mir auf, dass es ja bereits November ist. Durch das schöne Wetter hier merkt man gar nicht, wie das Ende des Jahres naht.

Barber Shop im Hinterhof

Es weihnachtet

Ein tolles Erlebnis in KL war das Aquarium. Dort habe ich nun endlich die Namen aller Fische gelernt, denen ich in Zukunft live beim Tauchen begegnen werde. Wem ich nicht begegnen will, sind die Haie. In einem riesigen Becken konnte man verschiedene Haie, gigantische Mantarochen und allerlei andere Fische durch einen endlos langen Glastunnel beobachten. Ein sehr schönes Aquarium.

Fische zum anfassen

Hai über dem Glastunnel

Riesenzackenbarsch ganz nah

Das Aquarium war nagelneu und sehr interaktiv aufgebaut. Da wir montags unterwegs waren, sind wir auch einigen Schulklassen begegnet. Das war auch ein Erlebnis. Glücklicherweise waren sie meistens mehr von den Fischen fasziniert, als von uns Weißen. In Jakarta kommt man sich als Boule auch manchmal wie ein exotisches Tier vor…

Die Kinder waren in allen Alterstufen und meist von einer Islamschule. Im Gegensatz zu Indonesien hat Malaysia den Islam als Staatsreligion festgelegt. Schon die kleinsten Mädchen tragen dort Kopftuch. Ich weiß nicht, ob das so kindgerecht ist.

Schulklasse einer Islamschule

Was wir leider nicht geschafft haben, war ein Besuch auf der Brücke zwischen den Twin-Towers. Der Andrang ist groß und die Anzahl der Besucher pro Tag begrenzt. Da wir das Wochenende entspannt angegangen haben, war uns 7.00 aufstehen etwas zu früh, um Tickets zu kaufen. Stattdessen haben wir uns in der Skylounge im 30. Stock gegenüber der Türme, am letzten Abend einen Cocktail bestellt und den Ausblick auf die Türme genossen. Das war eigentlich besser, da man von der Brücke aus die Türme gar nicht sehen kann. Das war auch ein schöner Abschluss eines tollen Wochenendes in KL. Die Stadt ist einen Besuch wert und westliche Gäste fühlen sich dort schnell wohl. Trotzdem war ich auch wieder glücklich, nach Jakarta „nach Hause“ zu fliegen. Städte wie Singapur oder Kuala Lumpur haben bereits viele westliche Einflüsse integriert und einen neuen Typ an moderner Stadt kreiert. In Jakarta lebt man dagegen noch mitten in einer rein asiatischen Stadt. Die Veränderung lässt sich aber auch hier bereits beobachten. Mal sehen wie sie sich entwickelt und wie sich KL entwickelt. Jede Stadt hat ihren individuellen Flair. Ich kann einen Besuch von KL nur empfehlen.

Leuchtendes Wahrzeichen von Kuala Lumpur

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