Mein Arbeitsalltag

Posted on 19. August 2009. Filed under: Arbeit |

Ich würde euch gern ein bisschen mehr von meiner Arbeit erzählen, auch wenn ich nicht alles in diesem Blog schreiben kann. Was ich aber sagen kann ist, dass ich mich hier ganz toll eingelebt habe, weil Merck Indonesien ein super Team ist! Es sind alles nette Leute, die mich ganz offen und herzlich aufgenommen haben. Anfangs kam mir der kulturelle Unterschied recht groß vor, aber inzwischen ist das überhaupt kein Thema mehr. Mit Indonesiern kann man genauso scherzen und sie kennen auch Sarkasmus😉

Inzwischen bin ich gut drei Wochen hier und habe seit dem ersten Tag einen vollen Job mit richtiger Verantwortung, was ich wirklich toll finde! Im Prinzip habe ich alles auf einmal von Paul übernommen. Leider fehlt mir noch die Erfahrung von ihm. Also dauert alles noch länger und ist etwas mühselig von Zeit zu Zeit. Manche, unter anderem ich selbst, würden sich freuen, wenn ich alles schon könnte, aber das dauert eben noch etwas, außerdem wäre es ja dann langweilig. Momentan lerne ich jeden Tag wahnsinnig viel Neues. Manchmal ist es frustrierend, wenn ich irgendwo hänge und nicht weiter weiß. Aber dann liest und fragt man sich durch und am Ende ist alles sonnenklar. Allgemein ist hier jeder sehr hilfsbereit. Man fühlt sich zu keiner Zeit wie ein Anfänger oder kleiner Praktikant, sondern wird immer mit viel Respekt begegnet und als voller Mitarbeiter betrachtet. Manchmal ist es auch etwas schwierig, weil die Erwartungen fast zu hoch erscheinen. Man kommt ja aus dem Headquartes und weiß alles… Allerdings ist das auch so wie es sein sollte. Und ich bin sehr froh für diese Chance, etwas zeigen zu dürfen. Deshalb arbeite ich momentan ziemlich viel und es macht auch viel Spaß und das ist ja das Wichtigste.

Was auch jeden Tag besser wird ist mein Indonesisch. Zwei Mal die Woche habe ich Indonesischunterricht mit einem Lehrer, der sogar Deutsch kann. Er unterrichtet auch unseren CEO und eine Kollegin aus Thailand. Sie ist eine ganz liebe Kollegin. Leider bringt sie die Sprachen langsam durcheinander🙂 Sie kann nämlich auch Deutsch, da sie einige Jahre in Darmstadt gelebt hat und spricht nun Bahasa Indonesia mit deutschem Satzbau und einigen Englischen Wörtern. Gar nicht so einfach, wenn man so viele Sprachen beherrscht😉

Ich komme momentan richtig gut vorwärts. Das interessante ist, dass ich inzwischen geschäftliche Gespräche schon ganz gut verstehe. Ich würde sagen 50-70%. Das ist nicht so schwer, da die Kollegen in Meetings viel deutlicher und langsamer sprechen, viele Gesten machen und viele Englische Begriffe verwenden. Mein IT Kollege hat mir erklärt, dass es v.a. in der IT oft keine offiziellen Übersetzungen im Indonesischen gibt, also ist es besser man verwendet die Englischen Begriffe, weil es dadurch weniger Missverständnisse gibt. Mir kommt das natürlich entgegen und ich fühle mich in den Meetings nicht ganz ausgeschlossen, wenn sie kurz in Bahasa verfallen, um etwas zu erklären. Eigentlich sprechen sie hier ganz gut Englisch, aber komplizierte Sachen lassen sich eben in der Muttersprache besser erklären oder diskutieren.

Bei privaten Gesprächen verstehe ich leider noch nicht so viel. Ich kann viele der „kleinen“ Wörter die man so zum Sprechen drumherum braucht (ich, du, es, warum, wann, hier, dort, haben, fertig), aber die wichtigen Wörter, die Verben, fehlen mir meist noch. Aber gerade die sind ja entscheidend, um einem Gespräch richtig folgen zu können. Außerdem verwenden sie halt auch Slang und dann wird es schwer für mich. Aber mein Lehrer und ich sind sehr zuversichtlich, dass ich in einem halben Jahr schon sehr viel verstehen werde. Ich muss jetzt einfach mal anfangen mehr zu sprechen. Mit dem Taxifahrer kann ich mich schon prima unterhalten und im Büro kann ich auch den ganzen Tag üben. Also sollte das ja nicht mehr lange dauern…

Für mich ist das hier mein erster richtiger Job. Als Trainee in Darmstadt war man ein bisschen außen vor. Man hat zugesehen und es war manchmal schwierig, Aufgaben mit wirklicher Verantwortung zu bekommen. Nun habe ich das Gefühl, wirklich in der Arbeitswelt angekommen zu sein. Das ist ein sehr schönes Gefühl. Auch wenn ich oft bis spät abends arbeite, habe ich, wenn ich nach Hause komme ein tolles Gefühl, etwas geschafft zu haben. Trotzdem möchte ich meine Zeit in Darmstadt nicht missen. Denn durch dieses Jahr habe ich die wichtigen Prozesse im Controlling und Accounting kennen gelernt auf denen ich jetzt aufbaue. Natürlich läuft vieles hier anders. Die GMG ist viel kleiner und wir haben hier auch kein MSSE. Das macht vieles einfacher und meine Position auch interessanter, da man viel mehr machen kann, viel mehr sieht und kein Spezialist ist. Auch den Abteilungen außerhalb von Finance kommt man näher. Bei einem meiner neuen Projekte arbeite ich eng mit dem SCM zusammen. Das ist sehr interessant.

Aus Darmstadt kommend hat man zunächst einen anderen Blick auf die Dinge. Man kommt dann an manche Punkte, wo man etwas dazwischen steht. Man weiß wie es die Zentrale gerne hätte, aber man versteht auch, dass manches vor Ort einfach so anders ist und auch manchmal nicht möglich. Deshalb ist dieses Jahr so wertvoll für mich. Zu verstehen wie eine lokale GMG funktioniert mit all ihren Möglichkeiten und Problemen, wird mir später enorm helfen. Das wird einem hier ziemlich schnell klar, sobald man für beide Seiten gearbeitet hat.

Wie ihr jetzt sicher herausgelesen habt, bin ich hier sehr zufrieden und freue mich auf den Rest dieses spannenden Jahres!

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3 Antworten to “Mein Arbeitsalltag”

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🙂 Es ist schön zu sehen das es dir gut geht! Und wie man hier überall lesen kann scheint es schön und nett in Indonesien zu sein. Ist dein Mann auch da??

Hallo liebe Frau Wilk, es ist schön zu lesen, daß Sie sich in Jakarta so wohl fühlen, offensichtlich sowohl bei der Arbeit als auch privat. Es gab in den letzten Wochen doch einige schlechte Nachrichten aus Indonesien, vor allem die Anschläge und Naturkatastrophen. Ich hab mir immer wieder klarmachen müssen, wie riesig dieses Land ist, hatte aber doch immer ein flaues Gefühl im Magen, wenn ich an Ihren Trainee abroad Einsatz dort dachte…… Mir geht es in „meinem neuen Leben“ recht gut, allerdings habe ich Sorgen mit dem gesundheitlichen Zustand meiner Frau – sie mußte sich vor kurzem einer schweren Herz-OP unterziehen (4 Bypässe), und an den „Nachwehen“ leidet sie immer noch……..
Für heute ganz herzliche Grüße, halten Sie die Ohren steif,
Hermann Lang

Danke für die Grüße! Es ist immer schön etwas aus Deutschland zu hören! Und dass es Ihnen gut geht. Um mich müssen Sie sich keine Sorgen machen. Ich fühle mich recht sicher hier, bin aber auch angemessen vorsichtig. Ich hoffe Ihrer Frau geht es bald wieder besser. Glücklicher Weise haben Sie ja jetzt Zeit, sich um sie zu kümmern.
Viele liebe Grüße aus dem warmen Jakarta!


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