Lebe ich im Hotel?

Posted on 17. August 2009. Filed under: Indonesien |

Langsam habe ich mich an das Leben hier gewöhnt. Ich habe alles was ich brauche und noch ein bisschen mehr. Mit manchen Kollegen hier fängt man aber manchmal an zu diskutieren, ob man sich an so ein Leben gewöhnen soll oder nicht. Ich lebe hier in einem recht großen Komplex mit 2 großen Appartmentgebäuden und einigen kleineren Häusern drum herum. Die Anlage kann man nur durch eine Sicherheitsschranke betreten. Dazu gehören eine Poolanlage, Tennisplätze, ein Park mit Spielplatz und 2 kleinen Fußballtoren.

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In einem der Türme befinden sich auch ein Fitness Studio, eine Sauna, ein Minimarkt und eine Wäscherei. Man hat seine eigene kleine Welt hier und ich nutze auch die meisten dieser Angebote sehr gerne. Es ist schön das nötigste hier kaufen zu können oder mal über eine saubere Wiese oder Straße spazieren zu gehen und nicht Angst zu haben von einem Roller überfahren zu werden oder in Müll zu treten.

Überall gibt es Personal, vorn an der Security, an der Rezeption in der Lobby, Gärtner, ein Poolaufseher, 24h Techniker, etc. Das gibt mir ein gutes Gefühl der Sicherheit, z.B. kann man den Aufzug nicht selbst rufen. Das kann nur die Rezeption. Dadurch kommt niemand ungesehen hinein. Auch meine Freunde hier nicht. Und wenn man als Frau männliche Freunde allein mitbringt, wird unter dem Personal natürlich gleich getratscht ;-)  Gossip Talk ist bei den Indonesiern sehr beliebt.

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Eingang wo mein Taxi jeden Morgen hält

Lobby mit Dekoration für den Independence Day

Lobby mit Dekoration für den Independence Day

Auf der anderen Seite fühlt man sich ein bisschen wie im Hotel. Vor allem wenn ich am Pool sitze komme ich mir immer noch eher wie im Urlaub vor als zu Hause🙂 Das schöne am Wetter hier ist, dass es immer warm genug für den Pool ist. Auch wenn wir nachts nach Hause kommen und dann noch einmal eine Runde schwimmen ist es warm. Das genieße ich inzwischen sehr! Leider gibt es momentan so viel Smog, dass die Sonne eigentlich nicht scheint. Morgens manchmal. So sehr stört mich das aber auch nicht, da ich dann nicht so viel Angst vor der UV Strahlung haben muss.

Gestern beim Tennisspielen war es auch sehr angenehm, dass die Sonne nicht so gebrannt hat. Allerdings war es trotzdem warm genug! Ganz schön anstrengend in so einer Hitze 1,5h Tennis zu spielen. Am Tag zuvor habe ich im Fitness Studio einen französischen Diplomat kennen gelernt, der auch nach einem Tennispartner gesucht hat. Wir spielen ungefähr auf dem selben Level, also hat es richtig Spaß gemacht. Später hat er mich und einen Freund noch auf ein Glas Champagner zu sich eingeladen. Dadurch habe ich hier zum ersten Mal ein richtiges Expat-Haus gesehen. Es ist auch hier in der Anlage aber mit eigenem Garten und Pool. Das ist sehr schön für seine Kinder. Seine Frau hat hier viele Kochkurse mit Franzosen und Indonesiern veranstaltet und bringt darüber nun ein Kochbuch heraus. Das werde ich mir sicher einmal besorgen!

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Tennisplätze mit neuen Wohnanlagen im Bau

Daran zeigt sich aber auch ein bisschen die Schwierigkeit des Leben für die Familie hier. Der Teil –meist der Mann- der arbeitet, hat ein ausgefülltes Leben und lernt täglich neue Leute kennen. Die Frau zu Hause tut sich da schwerer. Wie in vielen Ländern, ist es auch in Indonesien schwer, als Ausländer eine Arbeitserlaubnis zu bekommen. Dadurch müssen die Partner irgendetwas anderes finden, z.B. Kochkurse.

Das Leben hier kann sehr schön sein. Auch ich habe einen Putzmann und muss mich nach einem anstrengenden Arbeitstag nicht mehr um den Abwasch etc. kümmern. Die Meisten müssen auch nicht Taxifahren sondern haben einen Fahrer der einem die Tür aufhält. Ich werde mir wohl auch einen Tennistrainer mieten – Balljunge inklusive! Man kann wunderbar Essen gehen für wenig Geld. Es ist alles geboten. Gestern waren wir im Toscana und ich hatte hervorragende Fettuccine mit Seafood. Ich kam mir vor wie in Italien. An so ein Leben kann man sich schnell gewöhnen. Man gehört auf einmal zur Oberschicht. Allerdings ist die Frage was man macht, wenn man wieder nach Deutschland zurückkehrt?

Nach einem Jahr wird mir das wahrscheinlich nicht so schwer fallen. Aber auch nach ein paar Jahren vergisst man Deutschland trotzdem nicht glaube ich. Das Leben ist einfach anders dort. Man schätzt sicher viele andere Dinge wieder. Auch wenn man hier im Luxus lebt, gibt es immer Dinge, die man hier nicht machen kann. Die andere Art von Freiheit und die Mentalität der Menschen in Deutschland werden mir auf Dauer schon fehlen. Dafür bin ich dann auch bereit meinen Abwasch selbst zu machen!

Ich glaube man passt sich einfach dem Land an in dem man lebt. Das macht auch den Reiz an Auslandsaufenthalten aus, dass die Welt so unterschiedlich ist und man überall etwas findet, das man genießt. Außerdem zeigt einem das auch auf, was man zu Hause als so gegeben hingenommen hat und schätzt es wieder mehr.

Im Toscana

Im Toscana

Gerade hat es zu regnen angefangen! Juhu! Hoffentlich wird es jetzt etwas frischer und klarer draußen und ich kann endlich einmal die Berge sehen!

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Da wird man ja richtig neidisch!


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