Bali – Hinduismus pur!

Posted on 28. November 2009. Filed under: Ausflüge |

Neben Sonne, Strand und Meer hat Bali auch eine vielfältige kulturelle Seite. Während sich auf den großen Inseln Java und Sumatra der Islam durchgesetzt hat, ist es auf Bali der Hinduismus. Die Balinesen haben über die Jahrhunderte an die 3000 Tempel errichtet – vom großen Muttertempel Pura Bersakih bis zum kleinen Hausschrein.

Pura Bersakih - Mutter aller Tempel

Um hinduistische Tempel betreten zu dürfen, gibt es ein paar Regeln. Die Beine sollten bedeckt sein. Wenn die Hose nicht lang genug ist, kann man sich am Eingang einen Sarong leihen. Was man eigentlich immer tragen sollte, und sich auch leihen kann, ist ein Gürtel, der die menschlichen Lüste unterdrücken soll.

Im Sarong neben einer Dämonenstatue

Kleine Jungs mit den typischen hinduistischen Kopfbedeckungen

So gekleidet betritt man dann den ersten inneren Hof durch ein typisches, nach oben offenes Tor. Links und rechts vor dem Tor befinden sich immer Statuen mit Furcht einflößenden Gesichtern. Sie sollen böse Geister fern halten. Diese besondere Form der Tore kann man auf Bali überall finden. Auch das Tor zum Flughafen ist so gebaut.

Tor zum ersten Innenhof eines Tempels

Vor dem Tempel befindet sich meist eine große Bühne auf der getanzt und zusammen gesessen wird. Im ersten Innenhof befinden sich weitere Bühnen, um rituelle Tänze aufzuführen. Die meisten Geschichten und Tänze handeln von Gut und Böse, durch die Farben Weiß und Schwarz – Ying und Yang – dargestellt. Es sollte immer ein Gleichgewicht herrschen. Man findet oft schwarz weiß karierte Tücher mit denen Statuen und Bäume umwickelt sind. Das ist ein Symbol, um sie zu schützen, da man sie als heilig betrachtet. Trotzdem gewinnt immer das Gute :-) Auf folgendem Bild seht ihr eine typische Figur eines Drachens, der von zwei Personen getragen wird. In unserem Hotel wurden abends immer wieder einige dieser Tänze aufgeführt.

Drachenkostüm

Tänzer für das Gute

Das Innerste eines Tempels erreicht man durch ein großes, aufwendig verziertes Tor. Meist wird dieses Tor nur an besonderen Tagen im Jahr geöffnet, deshalb gibt es daneben noch weitere kleine Tore, um die Schreine zu erreichen. Im Pura Bersakih gibt es Zeremonien alle 5, 10 und 100 Jahre bei denen das Tor geöffnet wird. Eine andere Zeremonie die wir beobachten konnten, war die Reinigung der Asche eines Verstorbenen. Nach dem Tod werden die Toten eingeäschert. Bevor die Asche dem Meer übergeben wird, muss sie gereinigt werden. Dies erfolgt in mehreren Tempeln. Erst im Haustempel, dann im Dorftempel und zuletzt in einem großen Tempel wie dem Pura Bersakih.

Tor zum Innersten eines Tempels

Großes golden verziertes Tor des Pura Bersakih

Prozession um die Asche zu reinigen

In der letzten Ebene befinden sich Schreine und Altare. Diese Ebene dient zum Beten und Meditieren. In den meisten Tempeln haben dort Touristen keinen Zutritt. Man darf aber von der Torschwelle einen Blick hinein werfen. In den Tempeln befinden sich auch die meru-Türme. Sie haben immer eine ungerade Anzahl von Dächern – 3, 5, 7, 9 oder 11. Zahlen, Symbole und Farben haben eine große Bedeutung für Hindus. Farben werden verschiedenen Götterformen zugeordnet. Die Balinesen glauben an einen einzigen Gott, der aber verschiedene Formen annimmt – Shiva, Brahma und Vishnu. Shiva ist der Mächtigste, deshalb wird ihm am häufigsten geopfert. Seine Farben sind weiß und gelb.

Betende Hindus im Pura Goa vor der Fledermaushöhle

Die großen Tempel sind meist an besonderen Orten erbaut und den Dämonen oder Göttern geweiht. Die Balinesen glauben, dass die Berge der Sitz der Götter sind. Auch auf Bali gibt es mehrere hohe Vulkane. Im Kratersee Bratan steht der schöne Pura Ulun Danu in dem v.a. der Wassergöttin Dewi Danu geopfert wird. Die Temperaturen dort oben waren zur Abwechslung einmal angenehm kühl!

Pura Ulun Danu im Bratan See

Weiter östlich in der Kaldera eines alten Vulkans hat sich der Batur See gebildet. Daneben erhebt sich eine neue Spitze des Batur Vulkans. Nach den Ausbrüchen 1926 die viele tausend Menschenleben forderten, verlegten die Balinesen ihren dortigen Seetempel auf den Kraterrand. Auf Bali haben wir auch den höchstgelegensten Tempel Indonesiens auf 1745 Metern besucht. Der Ausblick war fantastisch, wenn auch etwas von Wolken verdeckt. An guten Tagen kann man bis Lombok blicken.

Frische Spitze des Batur Vulkans

Nicht nur den Göttern in den Bergen wird geopfert, sondern auch den Dämonen die im Meer leben, um sie zu besänftigen. Die Balinesen fürchten das Meer, daher sind die meisten Fischer auf Bali eingewanderte muslimische Javanesen. Der Ulu Watu Tempel wurde auf einem spektakuläreren Kliff erbaut und ist besonders zum Sonnenuntergang ein beliebtes Ziel. Dort lebt auch eine Horde Affen, die gerne Touristen bestiehlt.

Pura Ulu Watu auf dem Kliff

Kleiner Tempelbewohner

Ein ebenso schöner Tempel steht an der Westküste, der Pura Tanahlot. Während der Ebbe kann man zu Fuß zum Tempel laufen und sich bei einer heiligen Quelle einen Segen holen. Er ist wahrscheinlich einer der bekanntesten und meistbesuchten Tempel auf Bali.

Pura Tanahlot

Insgesamt haben wir gefühlte 1000 Tempel gesehen – Felsentempel, Höhlentempel mit Elefantentor, Dschungeltempel… Jeder auf seine Art schön.

Felsentempel von Gunung Kawi aus dem 11. Jh.

Goa Gajah bei Ubud

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